Palliative Pflege zuhause bedeutet: medizinische Behandlung, Symptomkontrolle und seelische Begleitung in vertrauter Umgebung, bis zum Lebensende. In der Schweiz seit zwei Jahrzehnten gut etabliert und von der Krankenkasse übernommen · vorausgesetzt ärztlich verordnet. Welche Anbieter es gibt und was du erwarten kannst.
Was Palliativpflege zuhause leistet
- Schmerzbehandlung und Symptomkontrolle (Atemnot, Übelkeit, Angst)
- Behandlungspflege (Wundversorgung, Medikamentengabe, Pumpen)
- Grundpflege (Körperpflege, Mobilisation)
- Psychosoziale Begleitung der Sterbenden und der Angehörigen
- Spirituelle Begleitung (auf Wunsch)
- 24/7-Erreichbarkeit der Pflegefachperson
Anbieter-Typen in der Schweiz
Mobile Palliative Care Teams
Spezialisierte interdisziplinäre Teams aus Palliativ-Ärzten, Pflegefachpersonen, Sozialarbeit und Seelsorge. Auf Bestellung im Einsatz, eng vernetzt mit dem Hausarzt. Beispiele: Spitex Zürich Palliative Care, Onko-Spitex, Spitex Stadt Bern Palliative.
Palliative Spitex (kantonal)
Reguläre Spitex-Organisationen mit Palliativ-Spezialisierung. In den meisten Kantonen verfügbar · mit unterschiedlichem Tiefgang der Spezialisierung.
Hospiz-zuhause-Modelle
Mischmodell · die palliative Pflege wird zuhause organisiert, aber ein Hospiz-Bett steht als Backup zur Verfügung, falls die häusliche Pflege an Grenzen stösst.
Kosten und Krankenkassen-Übernahme
Palliativpflege wird wie reguläre Spitex über das KVG abgerechnet, sofern ärztlich verordnet. Zusätzlich tragen Kanton-Restfinanzierung und teils kantonale Palliativ-Pauschalen die Lücke. Für die Familie bleibt typischerweise nur der Selbstanteil von rund CHF 230 pro Monat übrig.
Was du klären solltest
- Verordnung durch Hausarzt oder Spital-Palliativmediziner?
- Welche Spitex hat in deiner Region eine echte Palliativ-Spezialisierung?
- Wer ist 24/7 erreichbar bei Krisen?
- Wer entscheidet über Schmerzmedikation in der Nacht?
- Gibt es ein Hospiz-Bett als Backup?
- Wie ist die Nachbetreuung der Angehörigen geregelt?
Patientenverfügung als Voraussetzung
Eine gültige Patientenverfügung ist in der palliativen Phase fast unverzichtbar · sie regelt, welche medizinischen Massnahmen durchgeführt werden sollen. Mehr im Patientenverfügung-Ratgeber.
Sterbebegleitung als nächste Stufe
Wenn die palliative Phase ins Sterben übergeht, brauchst du zusätzliche Strukturen · psychologische Begleitung, Trauerbegleitung, praktische Hilfe nach dem Tod. Mehr im Sterbebegleitungs-Ratgeber.
Verwandte Inhalte
Was Familien hier oft wissen wollen.
- Wo finde ich kostenlose erste Beratung?
- Pro Senectute betreibt in jedem Kanton eine kostenlose Beratungsstelle fuer aeltere Menschen und ihre Angehoerigen. Daneben Caritas, Spitex Schweiz, Schweizerisches Rotes Kreuz und kantonale Sozialberatungs-Stellen.
- Wie schnell muss ich entscheiden?
- Akute Pflegesituationen brauchen sofortige Massnahmen (Spital-Sozialdienst, Notfall-Spitex, Hilfsmittelvermittlung). Strukturelle Entscheidungen wie Anstellungsverhaeltnis, Anbieter-Wahl oder Hilflosenentschädigung-Antrag haben meist 4 bis 12 Wochen Bearbeitungszeit. Plane den Antrag fuer die Hilflosenentschädigung fruehestmöglich (3 bis 6 Monate Bearbeitungszeit).
- 01Palliative.ch, Schweizerische Gesellschaft für Palliative Medizin. www.palliative.ch, abgerufen am 13. Mai 2026.
- 02Bundesamt für Gesundheit BAG, Palliative Care. www.bag.admin.ch, abgerufen am 13. Mai 2026.
- 03Krebsliga Schweiz, palliative Beratung. www.krebsliga.ch, abgerufen am 13. Mai 2026.
Dieser Artikel ist redaktioneller Inhalt und keine Rechts oder Steuerberatung. Bei verbindlichen Fragen wende dich an deine Anstellungsfirma, deine Pro-Senectute-Beratungsstelle oder einen Fachanwalt.
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