Ein Pflegeheimplatz in der Schweiz kostet brutto zwischen CHF 6'500 und 15'000 pro Monat, abhängig von Kanton, Trägerschaft und Pflegestufe. Die Rechnung setzt sich aus drei Teilen zusammen: der Pflege-Tagespauschale (gedeckt durch KVG, kantonale Restfinanzierung und maximal CHF 23 Selbstanteil pro Tag), der selbst zu tragenden Pension (Hotellerie, Verpflegung) sowie Zusatzleistungen. Die Pension variiert regional am stärksten: CHF 220 bis 280 pro Tag in Stadtkantonen wie Zürich oder Genf, CHF 180 bis 240 im Mittelland, CHF 150 bis 220 in Bergkantonen. Bei Pflegestufe 6 ergeben sich dadurch monatliche Brutto-Kosten von rund CHF 12'500 in Zürich, CHF 10'200 in Bern und CHF 8'500 in Graubünden. Die Krankenkasse übernimmt je nach Pflegestufe CHF 0 bis 108 pro Tag. Bei tiefem Vermögen (unter CHF 100'000 Einzelperson bzw. 200'000 Ehepaar) schliessen Ergänzungsleistungen die Lücke, oft mit CHF 4'000 bis 6'000 monatlich.
Pflegeheim-Kosten in der Schweiz variieren dramatisch · von CHF 6'500 bis 15'000 pro Monat brutto. Wie sich die Tagespauschalen je Kanton unterscheiden, was tatsächlich bei dir hängenbleibt und wo Ergänzungsleistungen helfen.
Aufbau der Heim-Rechnung
Eine Heim-Rechnung besteht aus drei Komponenten:
- Pflege-Tagespauschale · KVG + Kanton + Selbstanteil (max. CHF 23/Tag)
- Pension · Hotellerie, Verpflegung, Wäsche · selbst zu zahlen
- Zusatzleistungen · Telefon, Coiffeur, Fusspflege · selbst
Tagespauschalen nach Kanton (Richtwerte 2026)
Die Pension-Tagespauschale macht den grössten Unterschied zwischen den Kantonen aus. In Stadtkantonen wie Zürich oder Genf liegt sie deutlich höher als in Bergkantonen oder im Mittelland.
Beispielsrechnung · monatliche Brutto-Kosten
Was die Krankenkasse zahlt
Die Krankenkasse deckt den pflegerischen Anteil nach KVG. Die konkrete Zahl variiert nach Pflegestufe, hier eine Übersicht:
Was der Kanton zahlt (Restfinanzierung)
Der Kanton trägt die Differenz zwischen KVG-Tarif und tatsächlichen Pflegekosten · die "Restfinanzierung". Dieser Anteil variiert stark zwischen Kantonen, ist aber für dich als Klientin transparent: du zahlst maximal CHF 23 pro Tag Selbstanteil, der Rest wird zwischen Kasse und Kanton aufgeteilt.
Ergänzungsleistungen schliessen die Lücke
Bei tiefer AHV-Rente und überschaubarem Vermögen schliessen Ergänzungsleistungen (EL) die Lücke zwischen Heim-Pension und eigenem Einkommen · oft bis zu CHF 4'000 bis 6'000 pro Monat. Voraussetzung: Vermögen unter CHF 100'000 (Einzelperson) bzw. CHF 200'000 (Ehepaar). Mehr im EL-Ratgeber.
Steuerabzug für Heim-Kosten
In den meisten Kantonen sind Pflegekosten als ausserordentliche Krankheitskosten in der Steuererklärung abziehbar, sofern sie 5% des Reineinkommens übersteigen. Mehr im Steuer-Ratgeber.
Was du klären solltest
- Aufschlüsselung Pflege/Pension/Zusatz schriftlich
- Tagespauschale je Pflegestufe (BESA oder RAI)
- Anrecht auf Ergänzungsleistungen prüfen (Pro Senectute hilft)
- Steuerabzug-Möglichkeiten je Kanton klären
- Wartezeiten in Wunsch-Heim
Verwandte Inhalte
- PflegeheimPflegeheim oder Spitex zuhause · die Entscheidungshilfe8 Min.
- FinanziellesErgänzungsleistungen für Pflegekosten · wer Anspruch hat und wie der Antrag läuft8 Min.
- Lebenssituationen24h-Pflege oder Pflegeheim? Eine ehrliche Gegenüberstellung9 Min.
- PflegeheimBESA und RAI Pflegestufen 2026 · Heim und Spitex erklärt9 Min.
- FinanziellesHilflosenentschädigung in der Schweiz 2026: leicht, mittel, schwer7 Min.
- FinanziellesBetreuungsgutschriften AHV: das übersehene Pflege-Plus6 Min.
Häufige Fragen
- Wer zahlt das Pflegeheim?
- Pflegeheim-Kosten verteilen sich auf drei Saeulen: Bewohnerbeitrag (Pension, Hotellerie, Betreuung) traegt der Bewohner aus AHV plus Vermögen, Pflegekosten zahlt die Krankenkasse nach KVG-Tarif (BESA oder RAI Pflegestufe), die Differenz uebernimmt der Wohnsitzkanton oder die Wohnsitzgemeinde als Restfinanzierung. Bei knappen Mitteln greifen Ergänzungsleistungen.
- Was kostet Pflegeheim pro Monat?
- Bewohnerbeitrag (ohne Pflege) typisch CHF 4'500 bis 9'000 pro Monat je Region und Standard. Pflege-Selbstbehalt zusaetzlich maximal CHF 23.00 pro Tag (rund CHF 700/Monat). Abweichungen nach oben in Premium-Einrichtungen, nach unten in subventionierten Kanton-Heimen.
- Was ist der Unterschied BESA vs RAI?
- BESA und RAI sind beide vom Bund anerkannte Pflegestufen-Instrumente, die den Pflegebedarf in 12 Stufen einteilen. BESA wird ueberwiegend in der Deutschschweiz verwendet, RAI in Westschweiz und Tessin. Die Tarif-Wirkung ist gleich - es sind nur unterschiedliche Bemessungssysteme.
Du pflegst bereits? Lass dich dafür bezahlen.
Fünf Fragen, drei Minuten. Wir prüfen deine Pflegesituation redaktionell und melden uns mit den Schweizer Anbietern, die zu Lohn, Kanton und Pflegebedarf passen. Kostenlos und unverbindlich.
Anbieter-Quiz startenJede Tarif- und Lohn-Aussage in diesem Artikel wurde am Datum unten gegen die genannte Originalquelle verifiziert. Wir prüfen quartalsweise nach.
- 01Bundesamt für Statistik BFS, Sozialmedizinische Institutionen. www.bfs.admin.ch, abgerufen am 13. Mai 2026.
- 02CURAVIVA Schweiz, nationale Heim-Statistik. www.curaviva.ch, abgerufen am 13. Mai 2026.
- 03Pro Senectute, Heim-Beratung. www.prosenectute.ch, abgerufen am 13. Mai 2026.
Dieser Artikel ist redaktioneller Inhalt und keine Rechts oder Steuerberatung. Bei verbindlichen Fragen wende dich an deine Anstellungsfirma, deine Pro-Senectute-Beratungsstelle oder einen Fachanwalt.
